OSTERN UND PFINGSTEN

Liebe Gemeinde,

Ostern (nicht Weihnachten) ist das Maß aller Dinge. Und zu Pfingsten dann vollendet sich in der intelligenten Frömmigkeit des Kirchenjahres das Dreifache Handeln Gottes aus den drei großen Festen der Christenheit. Der Auferstandene schenkt seiner Gemeinde seine Kraft. Wollten sie sich noch die Menschen mit dem Turmbau zu Babel in 1. Mose 11 selbst einen Namen machen, verheißt Gott dem Abraham in 1. Mose 12 „Ich will dir einen Namen geben“. Das ist der alles entscheidende Unterschied eines Menschen nach dem Herzen Gottes, weil dieser es nicht mehr nötig hat, sich ständig selbst zu inszenieren, immerzu auf Punktejagd bei Mensch und Gott ist. Das Ziel unseres Handelns ist die Ehre Gottes (soli deo gloria) und seines Heiligen Namens; wir haben das Schielen nach Anerkennung nicht mehr nötig, sondern dürfen sorgloser um uns selbst sein. Lesen wir die Apostelgeschichte und haben alle Zungenbrecher („Lydien, Phrygien und Pamphylien…“ etc.) heiter überstanden, mag es uns immer neu die Sprache verschlagen - nun aber anders als denen in Babylon. Es ist ein Hörwunder, ein Erfüllungswunder und ein Wandlungswunder. Nein, es ist kein Vokabelwunder, wie es oft falsch verstanden wird. Das Wunderbare ist viel größer als das sich alle „in ausländisch“ verstanden. Es waren Juden und Judengenossen, Exiljuden kamen aus allen Gegenden zusammen. Was geschah, war kein Dolmetscherwunder im fachlichen. Doch es war eine Einheit unter ihnen, die der Auferstandene schenkte. (So soll es auch unter uns sein!) Im erwartungsvollen Hören und offenem Herzen stellten sie sich als Gefäße zur Füllung vor Gott. Sich zu verstehen wenn man gleiche Vokabel/ Sprache hat ist ja Wunder genug. Das zwischen Sender und Empfänger kein Unglück passiert, ist wirklich nicht alltäglich; Missverständnisse sind der Humus für die meisten Konflikte. Es ist ein Erfüllungswunder, weil der Prophet Joel (3) in völlig verkrusteter Zeit den Menschen vom großen Geschenk Gottes weissagte. Und nun geschah es. Alle Erneuerung und Erfrischung der Kirche heute wird nicht durch immer bessere Bürokratie und Organisiertheit erreicht, sondern das Menschen sich nach Gottes Kraft ausstrecken. Und was geschieht dann? Menschen erfahren eine grundlegende und tiefgreifende Wandlung. Niemand anderes als Petrus hält die Pfingstpredigt! Ausgerechnet Petrus? Und was ist an Erneuerung und Erfrischung in unserer Gemeinde dran. Erbitten, erflehen wir es. Es werden Wunder geschehen!

Geht mit dem Segen des Herrn
Euer Pfarrer Jörg Coburger